
Internationale Removal Credits in der EU
28. April 2026
Internationale Carbon Removal Credits für das EU-Klimaziel 2040
Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, bis zu 5 % des EU-Klimaziels 2040 über internationale Carbon Credits zu erfüllen. Gemeinsam mit fünf weiteren Organisationen fordern wir: Hochwertige CO2-Entnahme (Carbon Dioxide Removal, kurz: CDR) muss von Beginn an klar priorisiert werden.
Die Europäische Kommission hat in ihrer Folgenabschätzung („Impact Assessment“) zum EU-Klimaziel 2040 vorgeschlagen, dass die EU bis zu 5 % des 2040-Ziels über internationale Carbon Credits erfüllen kann – also Emissionsminderungen oder CO₂-Entnahmen, die außerhalb der EU stattfinden. Das ist politisch relevant, weil die EU-Klimapolitik bislang sehr stark auf inländische Emissionsreduktionen innerhalb Europas fokussiert war. Internationale Credits waren für die langfristigen Klimaziele bislang kein klar verankerter Bestandteil.
Das Ziel bleibt dabei unverändert: 90 % Netto-Treibhausgasreduktion bis 2040 gegenüber 1990. Davon könnten künftig jedoch bis zu 5 Prozentpunkte über internationale Credits angerechnet werden. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Rund 85 % müssten weiterhin durch Emissionsreduktionen und Maßnahmen innerhalb der EU erreicht werden, während bis zu 5 % durch hochwertige internationale Carbon Credits gedeckt werden könnten.
Jetzt konsequent auf CO2-Entnahme setzen
Während Emissionsminderungen weiterhin Priorität haben müssen, ist die wissenschaftliche Lage eindeutig: CO₂-Entnahme ist notwendig, um unvermeidbare Restemissionen auszugleichen und bis 2050 Netto-Null zu erreichen. Der Sechste Sachstandsbericht des IPCC bestätigt, dass alle 1,5°C-kompatiblen Pfade auf Carbon Dioxide Removal angewiesen sind, um schwer vermeidbare Emissionen zu kompensieren und nach der Mitte des Jahrhunderts netto-negative Emissionen zu ermöglichen.
Viele klassische Carbon Credits stammen aus vermiedenen Emissionen oder Emissionsreduktionen mit teils schwieriger Messbarkeit, Reporting und Verifizierung (MRV). Genau hier setzt unsere gemeinsame Policy recommendation an: Wenn die EU internationale Credits zulässt, muss echte CO₂-Entnahme mit hoher Integrität und robuster Messbarkeit priorisiert werden.
Gemeinsam mit vier weiteren CDR-Organisationen (AFEN, Carbon Gap, Carbon Business Council, Negative Emissions Platform und The Global South) fordern wir die Europäische Kommission auf, hochwertige Carbon Removal Credits klar innerhalb dieses Rahmens zu verankern.
Unsere Kernempfehlungen
- Hochwertige Carbon Removal Credits priorisieren
Ein relevanter Anteil der internationalen Credits, die von der EU genutzt werden, sollte von Beginn an aus hochwertigen CDR-Credits bestehen. Dieser Anteil sollte im Einklang mit wissenschaftsbasierten Netto-Null-Pfaden schrittweise steigen. Diese Richtung sollte sich in der Umsetzungsgesetzgebung widerspiegeln, um planbare Nachfrage und Investitionssicherheit für Projektentwickler und Finanzierer zu schaffen.
- Eine Pilotphase muss Carbon Removal Credits ausdrücklich einschließen
Falls eine Pilotphase für internationale Credits eingeführt wird, sollte sie ausdrücklich hochwertige Carbon Removal Credits von Beginn an einbeziehen. Ein Start ab etwa 2031 würde ausreichend Zeit schaffen, damit das globale CDR-Angebot wachsen kann, die Verifizierungs-Infrastruktur reifen kann und die Artikel-6-Bilanzierungsmechanismen funktionsfähig werden können.
Policy recommendation: International Carbon Removal Credits for the EU
Including Carbon Removal Credits to achieve EU’s 90% emission reduction by 2040.